Du bist Unternehmer, dein Kalender ist voll, dein Kopf noch voller – und doch fragst du dich abends: Warum fühlt es sich trotz aller Anstrengung nicht rund an?
Dann bist du nicht allein. Viele Geschäftsführer erleben genau das: Die Zahlen stimmen vielleicht sogar, das Team macht seinen Job und trotzdem ist da dieses leise Störgefühl. Als wäre irgendwo Sand im Getriebe. Doch wo genau? Und warum?
Willkommen in der Welt der unsichtbaren Dynamiken.
Viele Beratungen starten mit Tools. Ich starte mit Zuhören. Denn was du mir erzählst – und wie – ist bereits Teil des Systems, das du mitbringst.
Der SystemRadar ist mein methodisches Vorgehen in der ersten intensiven Session (ca. 90 Minuten). Er dient dazu, nicht nur das zu erfassen, was du „sagst“, sondern vor allem das, was sich zwischen den Zeilen zeigt. Das Ziel: Klarheit schaffen. Und zwar über die wahren Ursachen deiner unternehmerischen Herausforderungen.
Ich beschreibe den Prozess hier Schritt für Schritt.
Was du siehst, ist selten das, was wirkt
Der Einstieg ist unsere erste gemeinsame Session ist bewusst offen: mich interessieren besonders zwei Dinge:
1) IST-Zustand: Hier geht es um Deinen Alltag. Welche Situationen frustrieren dich? Was läuft nicht rund? Was nimmst du als Probleme wahr?
2) SOLL-Zustand: Wohin willst du? Und was willst du erreichen?
Das klingt simpel. Doch hier entscheidet sich oft schon, wohin die Reise geht. Ob wir am Symptom hängen bleiben oder wirklich ins System eintauchen. Denn während du beginnst zu erzählen, laufen in meinem Kopf bereits mehrere Analyse-Programme parallel.
Was dann passiert, ist alles andere als oberflächlich. Häufig zeigt sich schon: Das, was anfangs als „Problem“ beschrieben wird – ein Team, das nicht mitzieht, fehlende Klarheit, zu viel auf dem eigenen Tisch – ist meistens nur die Spitze des Eisbergs.
Visualisierung: Denken in Post-its
Während du erzählst, erfasse ich alles was wichtig ist live auf einem digitalen Miro Board. Die Notizen kommen auf Post-it’s, damit wir später einfacher damit weiterarbeiten können. Ich nutze dabei bereits mein eigenes Farbsystem, um früh Muster zu erkennen: Beziehungen, Rollen, Emotionen, Strukturen. Du siehst alles auf dem geteilten Bildschirm, denn Transparenz ist mir wichtig.
Zwischen Zuhören, Notizen machen, hinterfragen, sortieren, zwischen den Zeilen lesen und Mustern erkennen, prüfe ich parallel in meinem Kopf unterschiedliche Modelle:
Das Unternehmer-Uhrwerk: Wie greifen die Zahnräder im Unternehmen ineinander? Welche Ebene – Ich, Team, Organisation – steht hier gerade im Fokus?
Systemgesetze: Welche „unsichtbaren Spielregeln“ werden (unbewusst) verletzt?
Analytisch-pragmatisch vs. systemisch-energetisch: Geht es um Struktur oder um Haltung? Auf welcher Ebene liegt das „Problem“?
Das Operating-Modell: Wo liegt der blinde Fleck in der Unternehmensarchitektur?
Denn – und das ist die Krux – es gibt keine lineare Ursache-Wirkung. Ein scheinbar identisches Symptom kann in Unternehmen A ganz andere Wurzeln haben als in Unternehmen B. Genau deshalb arbeiten wir nicht mit Standardlösungen, sondern mit Systemintelligenz.
(Und ja, das ist verdammt anstrengend. Aber es lohnt sich. ;-))
Hypothesenbildung & gemeinsame Reflexion: Was könnte die wahre Ursache sein?
Jetzt geht es darum, aus den gesammelten Daten eine erste Hypothese zu bilden: Was ist die systemische Logik hinter dem, was du erlebst?
Ich teile meine Beobachtungen. Wir sprechen darüber. Du sagst, was mit dir resoniert und was nicht. (Meistens merke ich das schon anhand deiner Mimik und Gestik – die körperliche Ebene ist verdammt hilfreich, wenn es um Resonanz geht. Aber eine Bestätigung auf der sprachlichen Ebene ist mir mindestens genauso wichtig, um den Prozess gemeinsam mit dir zu gestalten und das für dich bestmögliche Ergebnis rauszuholen.)
Wichtig: Das ist keine Diagnose! Sondern vielmehr eine Einladung zur Selbstreflexion und Überprüfung. Denn logischerweise ist von unserem Fund abhängig, was wir dann konkret als nächstes tun. (Es können auch mehrere Sachen sein, dann priorisieren wir hier die Reihenfolge.)
Und nun?
Tja, das kommt darauf an.
Während das SystemRadar ein fantastisches Werkzeug ist, um blinde Flecken aufzudecken, Klarheit zu schaffen und dir die Möglichkeit gibt, mal unter die Motorhaube deines Unternehmens zu schauen, hat es auch einen wunden Punkt: es hört an dieser Stelle auf. Es gibt dir nicht vor, was als nächstes zu tun ist. Eine 10-Punkte-Checklsite wirst du vergebens suchen. Und doch liegt die Lösung klar auf der Hand:
Kann nicht: ok, Zeit es zu lernen und so lange zu üben, bis du es kannst.
Darf nicht: ok, Zeit dir selbst die Erlaubnis zu geben oder von einem anderen zu erhalten.
Will nicht: ok, Zeit loszulassen und eine neue Richtung zu finden.
Das gilt für die systemisch-energetische Ebene. Und liegt das „Problem“ auf der analytisch-pragmatischen Ebene, dann heißt die Lösung: Best-Practice-Modelling. So einfach ist das.
Es geht nicht darum, dir schnell eine Lösung vorzusetzen. Es geht darum, die richtige Frage zu stellen, die überhaupt erst Zugang zur Ursache ermöglicht.
Warum das SystemRadar so anders wirkt
Viele Beratungsprozesse beginnen mit Tools oder Zahlen. Der SystemRadar beginnt mit deinem Erleben und arbeitet sich systematisch in die Tiefe vor. Von sichtbaren Symptomen zu unsichtbaren Dynamiken.
Denn das eigentliche Problem ist oft nicht das, was du als „Problem“ bezeichnest. (Spoiler: das ist meistens nur ein Symptom. Das wahre Problem ist das, was darunter liegt.) Und erst wenn wir das erkannt haben, können wir sinnvoll über Lösungen sprechen.
SystemRadar zeigt dir, was wirklich wirkt. Systemische Beratung ist kein Zauber. Aber sie macht sichtbar, was sonst verborgen bleibt. Das ganze ist nicht nur ein Tool, sondern auch eine Haltung. Und damit meine Einladung an dich, dein Unternehmen nicht als Maschine zu sehen, sondern als lebendiges System.
Neugierig geworden?
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